Iwrith



iwrith hebräisch Iwrith ist die Amtssprache des Staates Israel und die Standardsprache innerhalb der jüdischen Kultur. Der Begriff umfasst sowohl das historische Hebräisch als auch das daraus entwickelte heute gebräuchliche Modernhebräisch.

Die Sprache der Juden (Hebräisch)


Zudem ist Iwrith (oder auch Iwrit beziehungsweise Ivrith/Ivrit) die bislang einzige lebendige Sprache der Neuzeit, die zur Gänze durch Ausbau und Erweiterung einer alten Sprache, die seit vielen Jahrhunderten nicht mehr als Muttersprache existierte, entstanden ist.

Über das gesamte erste Jahrtausend vor der Zeitenwende hinweg war Hebräisch die Schrift- und Umgangssprache der Israeliten und damit auch der Juden, deren eigenständige Selbstbezeichnung sich nach der Reichsteilung im Anschluss an die Herrschaft Salomos herausgebildet hatte. Ihr religiöses Zentrum und zentraler Bezugspunkt ihrer Identität war der Tempel in Jerusalem. Doch nach dem Jüdischen Krieg gegen die römischen Besatzer im Jahre 70 wurde der Tempel zerstört, und seit dem Bar Kochba-Aufstand, der 135 endete, durften Juden nicht mehr in Jerusalem leben.

Es begann die Zeit der Diaspora. Juden nahmen immer häufiger die Sprache ihrer jeweiligen neuen Heimatländer an. Spätestens im frühen dritten Jahrhundert war Hebräisch keine Umgangssprache mehr, sondern blieb sakralen Zwecken, der jüdischen Philosophie und der schriftlichen Verständigung zwischen den Gemeinden vorbehalten.

Diese Praxis wurde, mit immer stärkerer Fokussierung auf den religiösen Ritus und das Studium von Tora und Talmud, bis ins neunzehnte Jahrhundert fortgeführt.



Als in Folge der jüdischen Emanzipation die Idee eines eigenen Staates aufkeimte, wuchs auch das Bedürfnis nach einer eigenen Sprache. Während osteuropäische Juden eher den Weg der Assimilation suchten, bemühten sich in Westeuropa viele, das Jiddische zur Hochsprache zu entwickeln. Wieder andere wollten die hebräische Sprache neu beleben. Hauptträger der letztgenannten Strömung wurde Eliezer Ben Jehuda. Der ehemalige russische Revolutionär war, nachdem er sich dem Zionismus zugewandt hatte, 1881 nach Jerusalem ausgewandert. Hier arbeitete er unermüdlich an einer Aktualisierung des Hebräischen, gerade im Hinblick auf die Grammatik und auf Begriffe, die in der alten Sprache nicht existiert hatten. Dabei legte er großen Wert darauf, Charakteristika des historischen Hebräisch weitestgehend zu erhalten. Anfangs häufig belächelt, spornte er doch bald andere Juden, die die Notwendigkeit einer gemeinsamen Sprache für ein funktionierendes Miteinander erkannt hatten, zur Gründung eines Komitees für die Hebräische Sprache (Wa'ad HaLaschon) an. Die daraus hervorgegangene Academy of the Hebrew Language zeichnet verantwortlich für die Ortografie, die Grammatik und natürlich die Fortschreibung des Iwrith.